Kaminski-Kids

im Freizeitpark - SoLa26

Sonntag

Der Fall Zwockel: Entführt oder weggelaufen?


„Ich wusste die ganze Zeit, dass Zwockel wiederkommt. Also fast die ganze Zeit. Eigentlich erst, als wir ihn gefunden haben.“ – Raffi Kaminski


Hallo zusammen!

Ich bin Debora Kaminski, meistens einfach Debi genannt. Zusammen mit meinen Brüdern Simon und Raffi gehöre ich zu den Kaminski-Kids. Simon ist bei uns der ruhige Denker, Raffi der Gefühlsmensch mit sehr viel Energie, und ich versuche meistens, den Überblick zu behalten. Zu unserer Familie gehören natürlich auch unsere Eltern Gabriela und Herr Kaminski – und unser Hund Zwockel, ohne den bei uns fast gar nichts läuft.

Unser erster Lagertag begann direkt mit einer kleinen Verwechslung. Papa war völlig im Jubiläumsfieber, denn sein Blumenladen wird bald 25 Jahre alt. Überall lagen Deko, Blumen und Material herum. Während er begeistert plante, kippte auch schon der erste Blumentopf um.

Dann standen plötzlich viele Kinder da. Der Grund war schnell gefunden: Vater hatte auf die Einladung zum Jubiläum das falsche Datum geschrieben. Das Fest sollte eigentlich noch gar nicht heute sein. Aber wenn schon so viele Kinder da waren, wurde kurzerhand entschieden: Dann helfen eben alle beim Vorbereiten.

So wurde aus einem Datumsfehler unser Lagerstart.

Kurz darauf wurde es aber ernst. Raffi war völlig aufgelöst, weil ein anonymer Drohbrief aufgetaucht war. Darin stand, dass jemand Zwockel entführen wolle.
Und tatsächlich. Kaum waren wir im Dorf (also dem Lagerplatz der Kids) war Zwockel plötzlich weg.

Also begann die grosse Suche. Die Kinder wurden zu Ermittlerinnen und Ermittlern und sammelten Hinweise. Wo war Zwockel heute überall gewesen? Wer hatte ihn zuletzt gesehen? War er beim Blumenladen, beim Gepäck oder irgendwo im Dorf unterwegs?

Nach und nach stellte sich heraus: Zwockel ist gar nicht entführt worden, sondern offenbar auf eigene Pfoten durchs Dorf spaziert. Sehr selbstständig. Sehr geheimnisvoll. Und vermutlich sehr interessiert an allem, was nach Essen roch.

Zum Glück wurde Zwockel wiedergefunden. Raffi war überglücklich und drückte ihn so fest, dass Zwockel kurz aussah, als würde er bereuen, überhaupt zurückgekommen zu sein. Aber nur kurz. Danach wedelte er wieder zufrieden mit dem Schwanz.

Neben der ganzen Aufregung liefen auch die Vorbereitungen fürs Jubiläum weiter. Es wurden Vorschläge gemacht, die von sinnvoll bis sehr gefährlich reichten. Simon dachte an ein ordentliches Programm, Raffi wollte natürlich etwas für Zwockel einbauen, und ich war einfach froh, dass unser wichtigstes Familienmitglied wieder da war.

Vor dem Znacht wurde es nochmals typisch Kaminski-chaotisch: Während alle über Festideen diskutierten, roch plötzlich das Brot im Ofen etwas zu knusprig. Am Ende war es so dunkel, dass man es fast als Dekoration hätte brauchen können.

Unser erster Lagertag hatte also alles: ein falsches Datum, ein Jubiläum, einen Drohbrief, eine grosse Suche, viele fleissige Kinder, ein verbranntes Brot – und zum Glück einen sehr lebendigen Zwockel.

Wenn das erst Tag eins war, wird dieses Lager bestimmt nicht langweilig.

Montag

Aufbau, Baden, Wettkämpfe und auf einmal ein Zirkus

Der heutige Morgen begann mit einem kleinen Mysterium. Die Teekanne von Stefan Kaminski verwandelte sich plötzlich in ein Plüschtier. Zum Glück hatte er aber eine Ersatzteekanne, die uns einen Z’morgen ermöglichte. Nachdem wir Energie aufgetankt hatten, ging bald unser erstes Abenteuer los.

Da die Kinder wegen Papa Kaminskis Fehler mit dem Datum zu früh angekommen waren, war noch fast gar nichts aufgebaut. Es gab weder Türme noch Schaukeln oder, was am schlimmsten ist, Wasserrutschen! Deswegen baten meine Eltern diese fremden Kinder um Hilfe beim Aufbau. Die Kinder erwiesen sich als geborene Gärtner, Bauarbeiter und sogar Künstler! Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eine Graffitiwand, einen vollen Blumenladen, Schaukeln und eine gigantisch monströse Wasserrutsche mit Pool! :)

Nach dieser langen Schufterei wurden wir allmählich hungrig und trotteten zur Küche, um uns zu stärken. Nach dem Essen war genug Zeit und Sonne, um unserer Lieblingsbeschäftigung bei diesem Wetter nachzugehen. Wir konnten zum Fluss gehen, um zu baden, und durften die anderen Kinder mitnehmen.

Nach dieser kleinen Abkühlung erfuhren wir, dass es einen Sportwettkampf gegen die Banfits gab. Nun war Einsatz gefragt: Wir wurden zu den schwierigsten Challenges herausgefordert, bei denen wir unsere Künste in Wasserschlachten, Fussball und vielen anderen Sportarten unter Beweis stellen mussten.

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich nicht weiss, ob wir die Banfits ohne die Hilfe der Kinder, die dazugestossen sind, besiegt hätten. Aber zum Glück gewannen wir haushoch, denn anscheinend merkten die Banfits, dass sie gegen unsere Truppe keine Chance hatten, und entschieden sich dazu, zu betrügen! Natürlich wurden sie disqualifiziert, und der Sportlehrer verkündete, dass wir gewonnen hatten. YIPPIEEEE!

Nach diesem Erfolg wollten wir direkt noch eine Runde Volleyball spielen. Jedoch wurde unser Spiel von Zirkuskindern unterbrochen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. Sie erzählten uns, dass sie ein Zirkuszelt bestellt hätten, und zeigten uns einige Tricks, die sie in ihren Vorstellungen aufführen. Wir waren völlig hin und weg.

Sie luden uns zur Ranch ein, um uns ihre Zirkuspferde zu zeigen. Dort trafen wir den Ranch-Besitzer, der uns seine wertvolle Uhr zeigte, die er gerade poliert und zur Begutachtung ausgestellt hatte. Als die Zirkuskinder das sahen, reagierten einige von ihnen sehr eigenartig und liessen Kommentare fallen wie: „Wenn deine Uhr so wertvoll ist, kannst du uns doch ein wenig Geld abgeben.“

Um ehrlich zu sein, habe ich das Gefühl, dass die Zirkuskinder irgendetwas im Schilde führen. Aber abgesehen von diesem kleinen Zwischenfall verlief der Abend friedlich.

Wir durften anschliessend einen leckeren Z’nacht geniessen, gefolgt von einem spannenden Input und einem fantastischen Dessert, das von der Küche bereitgestellt wurde. Die Zeit verging wie im Flug, und schon bald mussten wir Zähne putzen und uns bettfertig machen. Das war aber auch gut so, denn wir waren alle hunde-zwockel-müde.

Mit einem Lächeln im Gesicht und müden Beinen schliefen wir kurz darauf ein und freuten uns auf den nächsten Tag.


Es geht um viel… um sehr viel. Um nichts weniger als das Nutella morgen auf dem Brot. Oder ist es die Nutella? - Simon Kaminski